weiterer Zwischenstand

Statt daß ich der Fertigstellung des nächsten Textes in der angefangenen Reihe näherkomme, sammeln sich immer weitere Punkte an, die noch rein müssen – – – dabei habe ich den Text schon in zwei Texte aufgeteilt. Dauert also noch ein bißchen.

Dafür gibt es heute ein kleines Meme:

Meme. Text: "Wer um Brösel kämpft, während man ihm das Brot wegnimmt, der kriegt nie die ganze Bäckerei." Hintergrundbild: ein angebissenes Butterbrot.

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Revolte Springen: Wir scheißen auf Karriere

Dieses Musikvideo wurde 2011 bei youtube eingestellt. Leider in der Sache immer noch genauso aktuell. Viel Spaß:

Das Wandbild, dessen Entstehung dort gezeigt wird, ist übrigens inzwischen wieder entfernt worden, aus Protest gegen die Gentrifizierung Berlins. Mehr dazu hier.

Alle Beiträge aus der Reihe Hartz IV im Spiegel

Eine Erklärung, warum ich mit dieser Reihe angefangen habe

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Der Jobcenter-Song von Issdochwahr

Daß ich neulich nach online verfügbaren Jobcenter-Songs für die Reihe „Hartz IV im Spiegel“ gesucht habe, geht auf einen Scherz aus der Kommentarspalte zurück.

Hier also der Jobcenter-Song, der auch genau so heißt, von Issdochwahr (so heißt der Youtube-Kanal):

Man sieht, da sing jemand, der echt traurig klingt, vermutlich noch im Schock, so wirkt es auf mich. Ich finde das Lied und den Text aber kraß aussagekräftig, und das in ganz wenigen Worten. Richtig gut gemacht.
Und ganz ohne über Geflüchtete herzuziehen.

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Ihre Opfer nennen sie „Kunden“ (Gedicht von Nick N.)

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Foto von einem Gemälde: Jemand versucht, den Deckel von einem Sarg aufzudrücken und herauszuklettern.

Beim Prokrastinieren entdeckt:

Ihre Opfer nennen sie „Kunden“

Wenn Sie Dir alle Rechte nehmen
indem sie es „mangelnde Eigenbemühung“ nennen,
wenn Du ein Recht in Anspruch nehmen willst,
und Dich dafür bestrafen
(das nennen sie „Sanktionen“),
und dich so aus der Gemeinschaft derer ausschließen,
die Rechte haben,
dann nennen sie das „Integration“
und die Person, die das mit Dir macht,
nennen sie „Integrationsfachmann“.


Und ihre Opfer nennen sie „Kunden“.


Diesen Ausschluß aus der Gruppe derer,
die Rechte haben,
bezeichnen sie auch als „Eingliederung“.
Und weil es dabei um Menschenrechte geht,
gehörst Du jetzt nicht mehr zu den richtigen Menschen.
Jetzt nennen sie Dich „eingegliedert“.
Und den Zwang,
aktiv an Deiner Ausgliederung
aus der Gemeinschaft der Menschen mitzuarbeiten,
den nennen sie „Vereinbarung“.


Und ihre Opfer nennen sie „Kunden“.


Ihre Drohungen
nennen sie „Rechtsfolgenbelehrungen“.
Und ihre strafbewehrten Vorladungen
nennen sie „Einladungen“.
Zwangsarbeit nennen sie „Arbeitsgelegenheit“
und „Jobangebot“
und „Praktikum“
und „Maßnahme“.
Zwangsarbeit hat viele Namen
 im JobCenter.

Und ihre Opfer nennen sie „Kunden“.

Wenn sie Dir jeden Einfluß
auf die Gestaltung Deines eigenen Lebens
aus der Hand reißen wollen
dann nennen sie das „Eigenverantwortung“.
Und wenn Du Dich dem widersetzt,
weil Du Dein Leben selbst gestalten willst,
dann nennen sie Deinen Widerstand
„mangelhafte Eigenmotivation“.


Und ihre Opfer nennen sie „Kunden“.

Und wenn Du diese Vorgänge anders nennst,
dann zweifeln sie an Deiner geistigen Gesundheit.
Und wenn diese Vorgänge Dich erschrecken,
dann nennen sie es „mangelnde seelische Ausgeglichenheit“.

Und wenn sie selber diese Vorgänge anders nennen,
dann zweifelt man an ihrer geistigen Gesundheit.
Und wenn sie selber Angst bekommen,
dann nennt man sie „seelisch unausgeglichen.“

Und ihre Opfer nennen sie „Kunden“.

Nick

Und ich erlaube die nichtkommerzielle Verbreitung, unter der Bedingung, dass der Text nicht verändert wird und ich, Nick N., als Autor genannt werde, und hier ist die vollständige Lizenz:
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/legalcode

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Da Nick N. sein Gedicht unter eine Creative-Commons-Lizenz gestellt hat, kann ich sicher sein, daß es für ihn okay ist, wenn ich das Gedicht hier abdrucke. Feine Sache.

Hier ist die Fundstelle des Originals.

Jetzt gibt es auch ein Video von dem Gedicht:

Mit einer Creative-Commons-Lizenz kann jede einen Inhalt legal nutzen und weitertragen, wenn sie sich an die Bedingungen der Lizenz hält.

Deswegen nutze ich hier mal die Gelegenheit und zeige noch eine Infografik zu Creative Commons. Sie steht unter der Lizenz CC-BY-SA, Urheber ist Martin Mißfeldt/ Bildersuche.org und die Original-Fundstelle ist hier.

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Hartz IV im Spiegel: Jobcenter-Zitate

Ich habe heute eine neue Kategorie hinzugefügt, sie heißt „Hartz IV im Spiegel“.

Der Name bezieht sich auf kulturelle Spiegel, also Filme, Bücher, Musik etc., Spiegel, die Hartz IV in Ausschnitten zeigen, aus Perspektiven, die bestimmte Aspekte manchmal klarer sehen lassen, als wenn man sie direkt anschauen würde.

„Wie ist es denn so mit Sanktionen?“, das ist wohl die häufigste Frage, die mir im Zusammenhang mit Hartz IV gestellt wird. Immer und immer wieder.

Egal, wie oft Erwerbslose darüber schon berichtet haben oder wie viele (teilweise brillante) Dokumentationen darüber schon gesendet wurden oder wie viele (teilweise fantastische) Artikel geschrieben wurden: Die Information, wie wir die Repressionsmaschine Hartz IV erleben, scheint niemals ins kollektive Wissen einzugehen.

Seit ich neulich über einen Jobcenter-Krimi geschrieben habe, ist mir klar geworden, daß es auch eine verfehlte Herangehensweise ist, wenn man dies erreichen will, indem man immer wieder konkrete Einzelfälle durch den Zoo der Öffentlichkeit führt.

Vielmehr ist es wenn, dann eine kulturelle Leistung, unsere Erfahrungen aufzuarbeiten, verfügbar zu machen, und der Allgemeinheit eine Vorstellung davon zu vermitteln, was Hartz IV konkret bedeutet, während es eigentlich Aufgabe der Presse und des Journalismus ist, der Arbeitsmarktpolitik und deren einzelnen Institutionen auf die Finger zu schauen.

Deswegen habe ich eine Kategorie eingerichtet, in der ich immer mal entsprechende Kulturprodukte besprechen will. Das ist der Plan.

Heute habe ich im Rahmen dieses Plans ein Blogstöckchen angenommen. Vielen Dank, Wendy Weir (Blog: Greater than Gravity)!

Man soll drei Tage hintereinander je drei Zitate posten und jedesmal das Blogstöckchen an drei Andere weiterreichen.

So mache ich es aber nicht, sondern poste heute neun Zitate zum Thema Hartz IV und Jobcenter auf einmal.

Außerdem werde ich natürlich diejenigen nominieren, die nominiert werden möchten (außer die „Ich-hab-nix-gegen-Menschen-aber“-Fraktion).

Es ist also eher eine Ersatzleistung als eine richtige Teilnahme.

Jobcenter-Zitate

„Ich bedank mich jeden Tag bei Vater Staat, dass ich auf seine Kosten leben darf“
Tapete
Der Rapper erhielt daraufhin eine Mitwirkungsaufforderung von seinem Jobcenter, in der er unter Androhung des vollständigen Leistungsentzuges aufgefordert wurde, zu erklären, was er damit meine.
So wurde die Zeile unsterblich.

„Mitarbeiter fühlen sich durch die Sendung Wallraff verunglimpft“
Raimund Becker, Vorstand Bundesagentur für Arbeit
(Standardmanöver bei Kritik am BA-Vorstand)
Dazu ein Mitarbeiter: „Die Einzigen, die hier durch die Bundesagentur für Arbeit-„Führung“ verleumdet werden, sind der Journalist Wallraff, die gezeigte Wahrheit und viele Kollegen bundesweit.“

„Es geht nicht um Bestrafung. Es geht hier darum, entlang von Zumutbarkeiten Gestaltung vorzunehmen.“
Gerhard Schröder
zitiert nach einer Sammlung von Labournet

„Wir statten Arbeitgeber mit billigem Menschenmaterial aus“
anonymer „Arbeitsvermittler“
zur Süddeutschen Zeitung

„Der gesetzliche Leistungsanspruch muss so ausgestaltet sein, dass er stets den gesamten existenznotwendigen Bedarf jedes individuellen Grundrechtsträgers deckt.“
Bundesverfassungsgericht
Seit diesem Urteilsspruch aus dem Jahr 2010 ist bekannt, daß Sanktionen verfassungswidrig sind. Zitiert nach dieser Auswertung von Die Linke, als pdf.

„Wir machen hier SGB II, nicht Grundgesetz.“
unbekannt
Standardspruch von „Arbeitsvermittlern“.

“Unsereins kann die Zwangsverarmung, den Zynismus, die Wegnahme von Grundrechten, die Verursachung von Krankheiten und Obdachlosigkeit und die Vernichtung unserer Lebenszeit nicht einfach blocken”
Atarifrosch
Die Bloggerin wurde nach einer kritischen Äußerung auf Twitter von Heinrich Alt geblockt, der damals im Vorstand der BA war, und kommentierte den Vorfall.

“Biologen verwenden für ‘Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben’, übereinstimmend die Bezeichnung ‘Parasiten’.”
Parasiten-Clement
Oh ja, allerdings: Damit sind Erwerbslose gemeint.

„Arbeit im Jobcenter erfordert nur geringe Verfassungstreue“
titelt die Legal Tribune Online (LTO)
Es ging dabei um denselben NPD-Kader, der sich letztens nach einem Autounfall von syrischen Geflüchteten ins Krankenhaus bringen ließ

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