Lügen im Jobcenter – was dagegen setzen? Wahrheit?

Wenn einer die Lügerei im Jobcenter zu blöd wird, dann versucht man, was dagegen zu setzen – und hat ein gigantisches Problem. Wahrheit gibt’s nämlich angeblich nicht, oder aber sie ist immer subjektiv, so daß sich niemand jemals von der subjektiven Wahrheit einer anderen überzeugen lassen muß.

Und sofort hat man noch ein weiteres Problem: Man hat dann nämlich gleich die rechte Meute am Hals, die gerne für den Rest der Welt definieren will, was wahr ist und was LÜGENPRESSE!!! Dabei ist für diese Leute „wahr“, was ihnen in den Kram paßt, und „gelogen“, was ihnen nicht in den Kram paßt – ganz subjektiv eben.

Um meine Position denen gegenüber ausdrücklich zu klären:

AfD, Pegida und wie sie alle heißen verhalten sich zur Wahrheit so wie die SPD zur sozialen Gerechtigkeit. Das reale Angebot ist umgekehrt proportional zur Lautstärke des Marktgeschreis, und es gibt kein auch nur ansatzweise akzeptables Konzept des Begriffes.

Dafür nutzt das rechte Spektrum den Begriff nur umso intensiver: Sie labeln damit ihre miese Hetze, das heißt, sie bezeichnen ihre Aussagen als „Wahrheit“, ohne sich im geringsten zu kümmern, ob irgendetwas davon stimmt. Im Gegenteil: Je absurder die Behauptung, um so lieber wollen sie sie als „Wahrheit“ benannt sehen. Und das tun sie zumindest auf der Meta-Ebene völlig unwidersprochen, weil niemand sonst den Begriff „Wahrheit“ auch nur mit der Beißzange anfaßt und somit auch niemand ein Konzept davon diesem abstoßenden Treiben entgegensetzen mag. Ein völlig unhaltbarer Zustand, der mich sauer macht.

Im Jobcenter kann man selbst mit rein subjektiven Wahrheiten schon gewaltig Stunk machen. Ich meine damit zum Beipiel Willensäußerungen. Man könnte denken, daß es bei diesen sogar egal ist, ob sie wahr sind, das heißt, ob man den entsprechenden Willen überhaupt wirklich hat.

Daß man wahre Willensäußerungen vorziehen soll, ist eher eine Empfehlung von mir, denn sie definieren die Auseinandersetzung mit dem Jobcenter, und falls man am Ende gewinnt, bekommt man ja das, was man zu wollen behauptet hat. Ich sage das extra, denn ich habe schon gesehen, daß Erwerbslosen ernsthaft von Beratern empfohlen wurde, Dinge deswegen zu erkämpfen, weil sie ein Recht darauf haben, völlig unabhängig davon, ob sie diese Dinge haben wollen oder nicht. Etwa eine Akteneinsicht (die dann hinterher impliziert, daß man mit allem einverstanden ist, was man dabei gesehen und dem man nicht widersprochen hat), oder zum Beispiel ein intensives Profiling, bei dem das Jobcenter notwendig einen Haufen Dinge erfährt, die es überhaupt nichts angehen.

Man fühlt sich außerdem anders, wenn man die fiesen und zähen Auseinandersetzungen mit dem Jobcenter für etwas führt, was man wenigstens tatsächlich haben will.

Ein junger Mann sitzt am Straßenrand und sieht zu Boden, vor sich ein Schild, auf dem Steht: "Ich sitze hier für Weed und Bier"

Jetzt ist unser Wille und dessen Äußerung ja ein beliebtes Kampfgebiet und -ziel der Jobcenter, wie ich im letzten Blogpost ausführlich geschildert habe. Und da kann man schon auf die Idee kommen, daß es deswegen gerade eine gute Idee ist, die Auseinandersetzung gerade auch dort zu führen, und da geht es ja eh um subjektive Wahrheit, also alles paletti.

Ich versteh oft nicht so recht, wie man es für eine ganz tolle Idee halten kann, das Jobcenter aussuchen zu lassen, wo und um was gestritten werden soll. Ich versteh einfach nicht immer alles.

Irgendwie ist es doch logisch, daß das Jobcenter sich ein Kampffeld aussucht, auf dem es mit geringstmöglichem Aufwand automatisch immer gewinnt und die Erwerbslosen schon automatisch der Arsch sind. Und das kann man sich nicht ausrechnen? Naja, vielleicht nicht, wenn man versucht, zu verstehen, was da abgeht, indem man von „Fehlern“ spricht, die von überlasteten „auch nur Menschen“ gemacht werden.

Allerdings, um solch ein Framing als ungeeignet zur Welterkenntnis zurückzuweisen, kommen wir wieder auf den Ausgangspunkt, nämlich, daß eine zutreffende Welterkenntnis angeblich eh nicht existiert oder immer subjektiv bleiben muß.

Auf so einer Grundannahme läßt sich höchstens ein Fact-Checking auf dem Niveau von Äpfeln und Birnen aufbauen: Nein, es gibt keinen riesigen Klebeeffekt der Leiharbeit, im Gegenteil: die Hälfte ist nach drei Monaten wieder arbeitslos. Nein, es stimmt nicht, daß die Miete von Sanktionen ausgenommen ist. Und so weiter.

Was überhaupt gefactchecked und so zum Thema einer Auseinandersetzung zwischen richtig und falsch wird, bestimmt dabei allein die Gegenseite durch ihre Bullshitting-Taktik: Wo werden überhaupt falsifizierbare Behauptungen aufgestellt, und worüber wird einfach nur herumgeschwurbelt? Denn dem Geraune und Geschwurbel kann man auf inhaltlicher Ebene nichts entgegensetzen, wenn man sich auf das Äpfel-und-Birnen-Factchecking beschränken muß.

Und auch dafür muß man schon schummeln und heimlich ein Konzept von Wahrheit außerhalb von Subjektivität benutzen. Man muß das bloß nicht offenlegen, denn es entspricht einfach normaler Sprachbenutzung, bei der man voraussetzt, daß mit dem, was man sagt, etwas Entsprechendes in der Welt gemeint ist. Je präziser die Entsprechung, desto deutlicher die Rede. Das ist übrigens im Groben die sogenannte Korrespondenztheorie der Wahrheit, und wenn man offen dazu steht, daß man sie zum Maßstab eigener Aussagen wie der Aussagen anderer macht, dann lassen sich auch Meta-Ebenen und Abstraktionsebenen aufbauen und man kommt dahin, daß man auch sagen kann, daß ein bestimmtes Framing zur Erkenntnis ungeeignet ist, etwa die Behauptung, daß alles, was im Jobcenter schiefläuft, auf „Fehler“ zurückzuführen sei, was Erwerbslose bloß deswegen nicht einsehen wollen, weil uns die Sprache der Bescheide „zu kompliziert“ sei.

Ich widerspreche natürlich trotzdem so gut es geht, aber das wird nie in Diskurse hinein wirken, in denen die Möglichkeit objektiver Wahrheit abgestritten wird.

Dazu kommt noch der Effekt, daß die Negation außersubjektiver Wahrheit ja in Wirklichkeit nicht gleichmäßig verteilt ist. Für die eigenen Äußerungen, zum Beispiel, wird ohne weiteres beansprucht, daß sie mit der Welt korrespondieren und auch so gelesen werden. Gleichermaßen selbstverständlich für Äußerungen von AkademikerInnen, Gerichten, JournalistInnen etc.

In Wirklichkeit wird das Gebot, alle Äußerungen als rein subjektiv zu interpretieren, nämlich nur auf einen bestimmten Personenkreis angewandt, zu dem ich mit diesem Blog jedenfalls dazugehöre, und aus dem ich nur dann heraus dürfte, wenn ich verleugnen würde, selbst erwerbslos zu sein. Denn die Kombination, daß man selbst betroffen ist, und gleichzeitig in der Lage, gültige objektive Wahrheiten über das zu äußern, was einen betrifft, diese Kombination ist äußerst explosiv, und je stärker die Schraube der Repression angezogen wird, um so mehr. Das hindert niemand sonst, de facto Objektivität für sich zu beanspruchen und sie selektiv auch bestimmten Anderen zuzugestehen. Allerdings hat der Verzicht auf ein offen und bewußt angewandtes Konzept von objektiver, also außersubjektiver Wahrheit trotzdem Folgen.

Wenn ich beanspruche und behaupte, daß meine Äußerungen auch außerhalb meiner Subjektivität wahr sind, dann hat das zur Folge, daß meine Äußerungen in der Sache angezweifelt werden können. Es hat aber auch zur Folge, daß man das eben erstmal machen muß, statt meine Äußerungen einfach als eh subjektiv zu ignorieren. (Die Machtfrage ist eine andere Frage, und Macht erlaubt es natürlich immer noch, alles zu ignorieren, was ich sage.)

Wenn ich hingegen behaupten würde, meine Äußerungen seien gerade deswegen wahr, weil sie subjektiv seien, und eine objektive Wahrheit gäbe es eh nicht, dann würde ich damit den Anspruch aufgeben, daß meine Äußerungen überhaupt auf die Welt bezogen werden. Das würde de facto aber niemanden hindern, etwa die Äußerungen von Beschäftigten des Jobcenters als „fachlich“ oder „sachlich“ auf die Welt zu beziehen. Allein aus diesem Grund schon ist diese Taktik schon lange gescheitert. Denn sie ist ja wirklich angewandt worden, in dem Versuch, eigene Äußerungen zu legitimieren und gleichzeitig die Äußerungen einer übermächtigen Gegenseite zu delegitimieren.

Das mußte auch mißlingen, weil man sich dabei auf Behauptungen von Objektivität und Subjektivität bezogen hat, die in der Sache von vorneherein unhaltbar waren: Daß nämlich die Herrschenden sich angeblich immer beachtlich, weil objektiv und die Beherrschten unbeachtlich, weil subjektiv äußern.

Eine solche Behauptung würde ja keinen Sinn machen, wenn man nicht gleichzeitig objektiven Äußerungen einen höheren Wert zumessen würde als subjektiven, und das tut man ja deswegen, weil sie sich der Definition nach zutreffend auf die Welt beziehen, was wiederum nichts damit zu tun hat, wer sie macht. Und das ist der logische Bruch in der – deswegen unhaltbaren – Behauptung, daß die Herrschenden sich immer objektiv und die Beherrschten subjektiv äußern würden.

Wenn man versucht, das zu unterwandern, indem man behauptet, subjektive Äußerungen seien die einzig wahren und es gäbe sowieso keine objektiven Aussagen, bestärkt man damit, daß es nicht nötig sei, die eigenen Aussagen so zu verstehen, als bezögen sie sich auf die Welt, und entbindet gleichzeitig den Unterdrücker davon, Aussagen zu machen, die einem solchen Bezug standhalten müssen, während sich aber an der Verteilung von Definitionsmacht nichts ändert. Weiterhin äußern die Herrschenden sich beachtlich und die Beherrschten unbeachtlich, doch jetzt sind die Herrschenden selbst nicht mal mehr an eine vorgebliche Objektivität gebunden.

Die Beherrschten dürfen also keine objektiven Wahrheiten mehr äußern, und die Herrschenden müssen es nicht, und das ist eine üble Situation.

Normalerweise wird dieser Zustand übrigens ausschließlich von Leuten kritisiert, die sich davon erhoffen, ihre antifeministischen Positionen zu erhärten (was natürlich in der Sache niemals gelingt), deswegen meine Position dazu in aller Kürze:
Sexismus ist Kacke, Feminismus ist notwendig.

Man darf nicht annehmen, daß so etwas auf Dauer ohne Konsequenzen bleibt. Wie das aussieht, kann man sich derzeit in den USA ansehen (ein Stichwort dazu ist Gaslighting). Und dort ist man noch lange nicht beim Extremfall angekommen: Der Verzicht auf den Anspruch auf objektive Wahrheit nutzt am Ende machtgeilen Bullshittern und nicht den Unterdrückten.

Auch in den USA gibt es Fact-Checking auf dem Niveau von Äpfeln und Birnen, und darüber hinaus scheint mir die kritische Öffenlichkeit etwas mutiger und besser ausgebaut als hier. Aber auch dort wird zwar die in der Sprache schon an sich implizierte Korrespondenztheorie der Wahrheit de facto angewandt, aber sie wird nicht offen vertreten, im Gegenteil. Und ohne offen zuzugeben, daß man mit einem solchen Konzept von Wahrheit arbeitet, lassen sich auch keine Meta-Ebenen oder Abstraktionen darauf aufbauen, über die sich Sender und Empfänger transparent einigen oder streiten können, und alles gerät tendenziell ins Schwimmen. Und genau das soll es auch, wenn es nach Trump und seinen Fans und ähnlichen Strömungen in aller Welt geht, denn die profitieren davon ganz enorm, im Gegensatz zu denjenigen, die sich von einer Ablehnung der Möglichkeit objektiver Wahrheit versprochen haben, zu mehr Definitionsmacht zu kommen. Man kann gar nichts definieren, wenn man nicht den Anspruch auf eine Beziehung von Gesagtem zur Welt erhebt.

Und so verliert man die Möglichkeit, sich gegen Bullshit zu wehren. Und Bullshit tritt vor allem dort auf, wo etwas intransparent sein soll, weil sich anderenfalls zu Viele dagegen wehren würden, dort, wo einzelne Gruppen vom Rest der Gesellschaft isoliert und in ihren legitimen Anliegen untergraben und mundtot gemacht werden sollen. Und das ist zum Beispiel im Jobcenter so, aber auf keinen Fall darauf beschränkt.

Und damit komme ich zurück zum Ausgangspunkt.

Das Jobcenter möchte gerne, daß alle Auseinandersetzungen auf dem Gebiet unserer Subjektivität stattfinden, weil es dort schlicht und einfach nichts Substanzielles verlieren kann.
Wenn alles, was wir über das Jobcenter sagen, angeblich subjektiv ist, dann kann man sich eh gleich die Mühe sparen, es auf das Jobcenter zu beziehen. Das gilt schon im Normalvollzug, auch wenn das Beispiel etwas daraus herausragt: Wenn Erwerbslose also zum Beispiel im Jobcenter ausrasten, dann selbstverständlich niemals, weil sie schikaniert wurden, sondern stets, weil sie „frustriert“ sind und sich schikaniert „gefühlt“ haben. Braucht man also nicht auf irgendetwas zu beziehen, was im Jobcenter womöglich tatsächlich geschehen ist.

Wenn wir das Feld der Auseinandersetzung also verlagern wollen und lieber das Jobcenter kritisieren statt uns selbst zu rechtfertigen, dann müssen wir in aller Offenheit beanspruchen, zutreffende Aussagen über etwas machen zu können, was außerhalb unserer selbst liegt, also objektive Wahrheiten aussprechen zu können, so banal das klingen mag.

Leider ist diese Feststellung ganz und gar nicht banal, wie ich vor ein paar Tagen mit tiefem Erschrecken festgestellt habe. Alle Korrespondenztheorien der Wahrheit wurden nämlich schon vor hundert Jahren ad acta gelegt, ohne daß es jemals einen gleichwertigen Ersatz dafür gegeben hätte. Man könnte denken, daß man vielleicht wenigstens nach dem zweiten Weltkrieg mal überlegt hätte, ob das nicht ne blöde Idee war. Stattdessen hat man gleich die ganze Aufklärung hinterhergeschmissen. Wenn ich also die Beweislastumkehr und das Aufgeben der Unschuldsvermutung Erwerbslosen gegenüber und das Procedere von Rechtsfolgenbelehrung und Sanktion mit Hexenprozessen vergleiche, dann muß man das wohl in einem weitreichenden kulturellen Zusammenhang sehen, auch wenn es mir dabei echt die Nackenhaare aufstellt.

Das Wort war mal ein ganz scharfes Schwert. Heutzutage läßt man es ohne Not verrotten, und das muß aufhören.

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8 Gedanken zu “Lügen im Jobcenter – was dagegen setzen? Wahrheit?

  1. Ein KARTELL profitiert vom Sozial-Leistungs-Betrug gegen die sellektierten Unterschicht-Kunden, die Absprachen der KARTELL-Mitglieder, die SGe gehören dazu, missbrauchen ihre Macht-Position zielführend, beugen das RECHT der ARMEN im Land.
    Ähnlich wie das Abgas-Diesel-Betrugs-Kartell sind die Absprachen gegen die allgemein gültige Rechts-Ordnung gerichtet, bisher sehr erfolgreich zum Nachteil der ARMEN, oft der nicht mehr Leistungsfähigen Bundesbürger. Wie die Renten runter gerechent wurden ist nachzulesen im Meyer-Urteil 22/05 des BSG, des 4. Senats. Wie dies seit 2005 mit der Betrugs-AGENDA weiter entwickelt wurde interssiert nur die Betroffenen selbst. Die verohte Mittelschicht schaut seitdem weg.
    Zum Kartell gehören auch die Immobilien-Büros, die mit der Abwicklung der Altersvorsorgen der Existenzen beauftragt sind, demnach auch die BANKEN die sich von „Verpflichtungen der Zukunft“ befreien können. Die Wirtschaft profitiert von billigsten Arbeitskräften, natürlich?!
    Das KARTELL braucht die gleiche Aufmerksamkeit wie das Diesel-Abgas-Betrugs-Kartell!
    Politik ist ein schmutziges Geschäft, es bedient sich derzeit an den Ärmsten und schichtet zielführend um, nach ganz oben, natürlich?! Nachweisbar!
    Die Irreführung der jeweiligen Regierungs-Parteien ist doch mittlerweile deutlich erkennbar, das GRUNDGESETZ ist seit 2005 angegriffen, ist außer Kraft, dank einer völlig aus dem Ruder gelaufenen verlogenen Politik.
    Beteilige sind Ärzte, medizinische Gutachter der beteiligten staatl. Institutionen, beteiligt sind Berufs-Juristen der Sozial-Gerichtsbarkeit unter der Federführung, Verantwortung, der Politik auf allen Ebenen. Hochverschuldete Städte und Kreise profitieren zielführend, natürlich?!
    DAS KARTELL spricht sich ab, natürlich!
    Die Betrogenen mussten vorher zielführend beschuldigt werden, im Jahre 2004 vom Pseudo-Demokraten Münte, Faulenzer, Parasiten und Schmarotzer. Dabei sitzen die wahren Schmarotzer in allen politischen Gremien….unfassbar!
    MERKEL von den pseudo-Christlichen und Schulz von den pseudo-Demokraten ziehen da an einem Strang, verletzen das Grundgesetz der BRD, hetzen innerhalb ihrer Parteien gegen unschuldige Bürger dieses Landes, zielführend. Die Linken wirkten dabei auch mit! Beispiel: Frau Sabine Zimmermann als ehemalige Vorsitzende des Petitions-Ausschusses des Bundestages. Pssst, nicht weiter sagen…das sind doch die GUTEN?!
    Das geht so nicht weiter!

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  2. Guten Tag.
    Bravo! Dies zu schreiben ist IMHO von der Absicht her ein sehr diffiziles und anspruchsvolles Unterfangen.
    Mit „Absicht“ meine ich hier zunächst die Kombination der vorhandenen Elemente / Ebenen.
    Die philosophische Diskussion über den Begriff „Wahrheit“ und die praktische, (gesellschafts)politische Ebene des Verhältnisses jobcenter „Kunden“.
    Das konnte nicht in jedem einzelnen Halbsatz perfekt gelingen. Insgesamt ist es aber m.E. absolut eine mehr als beachtliche Leistung! Sehr gut auch die mehrfach erfolgten, präzisen und kompakten Statements zur Vermeidung von Missverständnissen hinsichtlich der grundlegenden Attitüden.
    Inhaltlich gebührt hier eine ausführliche Kommentierung. Ich hoffe, dass ich möglichst bald dazu komme.
    MfG
    BTB

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  3. Was dagegen setzen, die Wahrheit?
    Nachtrag von nikita:
    Der Miesere des Inneren würde sagen, die Wahrheit würde manche Bürger überfordern, weil es unfassbar ist was hier in der BRD mit den ARMEN und ALTEN gemacht wird. Die Welt schaut zu, die EU schaut zu, Un-Rechts-Bewußtsein ist nicht vorhanden. Wird man alt und krank in der BRD muss mit GEWALT immer gerechnet werden, sozial-gesetzlicher organisierter GEWALT.
    Ich hab`s nicht erfunden, bedanken dürfen wir uns ALLE bei der SPD, vermutlich, so wir der Presse, den Medien, noch glauben dürfen.
    Jeder Bürger dieses Landes hat das RECHT sich vor staatlicher Gewalt zu schützen, eigentlich?!
    Jeder Mörder oder Vergewaltiger oder Kinderschänder darf sich auf seine Grundrechte berufen, die Arbeitslosen und Alten dürfen das nicht mehr, seit 2005.
    Kaum zu glauben – aber Wahrheit – unangenehme Wahrheit?!
    Das hatten wir doch schon mal….blöd nicht wahr….
    Ein hervorragender Beitrag von Christel T.!!

    Wahrheit verträgt nicht jede/r

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    1. Die SPD ist leider so blöd, sich immer so hinzustellen, als hätte sie alles Schlechte auf der Welt allein zu verantworten. Und gleichzeitig auf Nachfrage zu behaupten, daß sie nicht das Geringste damit zu tun gehabt hätte.

      Daß es schlauer wäre, eine realistische, statt zwei völlig unhaltbare Positionen zur Frage der politischen Verantwortung zu pflegen, ist ein Gedanke, zu dem die gesamte Partei völlig unfähig scheint.

      Damit ist sie ein gefundenes Fressen für alle, die behaupten wollen, daß alles Schlechte von links kommt und man sich daher auf der rechten Seite des politischen Spektrums engagieren müsse, und das ist Schwachsinn. Daß die SPD einen solchen Schwachsinn mit so großer Anstrengung und gigantischer Ignoranz unterstützt, dafür hasse ich sie von Herzen, das ist völlig unentschuldbar. Es bleibt Schwachsinn.

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      1. Der Bundestag, das hohe Haus, und seine Institutionen haben sich für GEWALT gegen ARME und ALTE entschieden um diese wirtschaftlich auszubeuten, sich die Altersvorsorge zu holen, Enteignung ist ein vorsätzlicher MISSBRAUCH fremder Rechtsgüter.
        Wie in „normalen“ Missbrauchs-Familien auch ist das ein TABU.
        Wahrheit wird erfolgreich abgewehrt, wie könnte Wahrheit da hilfreich sein?

        Die Wahrheit ist doch, unsere Gesellschaft und deren Eliten sind noch viel schlimmer, kranker, als gedacht oder vermutet…..und das will niemand wissen.
        Zu groß wäre dieser sozial-politische Skandal, Zitat: Dr. Jürgen Borchert, den das Kartell von Sozial-Behörden und -Gerichten hat sich abgesprochen – Keinen Rechtschutz für ARME und ALTE. Mit GEWALT wird diese Änderung der Rechts-Ordnung umgesetzt, natürlich nicht erklärt.

        Kein Un-Rechts-Bewußt-Sein = Keine WÜRDE
        sagt Luise Reddemann und ich kann mich da nur anschließen und mich in Sicherheit bringen, mich schützen vor dieser zielführenden GEWALT durch die Institutionen der BRD.

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    2. „Jeder Mörder oder Vergewaltiger oder Kinderschänder darf sich auf seine Grundrechte berufen, die Arbeitslosen und Alten dürfen das nicht mehr, seit 2005.“

      Der Fall des Kindsmörder Magnus Gäfgen ist bestens bekannt: Er hatte vor Gericht sein RECHT eingeklagt, wegen ihm polizeibehördlich angedrohter Folter bzw. den psychischen Folgen daraus entschädigt zu werden und eine hohe Geldsumme dafür erhalten.
      Wir halten fest:

      – auf der einen Seite ein Kindsmörder, also schuldig des mit schlimmsten Verbrechens überhaupt
      – auf der anderen Seite ein Hartz 4 Empfänger, also in so gut wie überhaupt nichts schuldig.

      – auf der einen Seite die erpresserische Androhung von Folter eines Polizisten, wo es eventuell galt ein Menschenleben zu retten
      – auf der anderen Seite eine ebenfalls auf die Existenz abzielende, im Effekt vergleichbare, Erpressung, doch keines Polizisten oder Richters oder „Fachmanns“, deren Durchführung sogar gängige Praxis darstellt, aber ganz ohne Aussicht, damit ein Leben zu retten, sondern ganz im Gegenteil.

      -auf der einen Seite ein Magnus Gäfgen, der sich in gerade Linie stur und uneinsichtig zeigte bei ziemlicher Eindeutigkeit der Sachlage
      -auf der anderen Seite sehr individuell verwickelte Fälle, die sich der Nachprüfbarkeit für die Öffentlichkeit entziehen und oft auch derjenigen des Leistungsbeziehers selbst, während die Schuldfrage kaum einmal eindeutig bewiesen wird im Spannungsverhältnis zwischen Staat und Individuum bzw. im Besonderen Sachbearbeiter und „Kunden“.

      – auf der einen Seite finden sich unter der Bevölkerung doch ein paar Leute, die ein Gäfgen widerfahrenes Unrecht sehen und nachvollziehen können
      – auf der anderen Seite, das ist das Entsetzliche, scheinen sich dann zahlenmäßig kaum darüber hinausgehende Individuen zu finden, die den auf die genannte Weise bestraften Hartz-4-Empfänger als eines Rechtsstaates unwürdig behandelt empfinden!

      Gäfgen hat vor Gericht alles das bekommen, was ihm zustand, will ich zur Vorbeugung von Mißverständnissen nicht ohne einen dicken Kloß im Hals darunter schreiben, als mein persönliches Statement. Weitergehen kann ich leider nicht, in keiner Beziehung.

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  4. Oder vielleicht doch: Vielleicht sollten sich die angesichts dieses Akts, zugegebenermaßen, beispielloser krimineller, an Grausamkeit und Perversion kaum zu überbietender Energie eines ehemaligen Jurastudenten, besonders empörten Mitbürger, welche Gäfgen gar „Ungeheuer“ schimpfen und am nächsten Baum woll(t)en hängen sehen, bei allem grundsätzlichen Verständnis für ihre Haltung doch einmal fragen, wo solche „Ungeheuer“ (zumindest AUCH!) ihre Geburtsstätte haben!
    Könnte nicht auch die Gesellschaft die ersten Grundsteine legen bzw ihre halbblinde Justiz?
    Und damit meine ich gewiß nicht, dass wir gleich lauter Kinderschlächter am Fließband erschaffen…

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    1. Ja erstens das, zweitens existieren solche Verbrecher und Verbrechen auch in anderer Hinsicht nicht im luftleeren Raum, sondern in einer gesellschaft. Und wenn man angesichts dessen zur Lynchjustiz übergeht, dann hat man hinterher ne Lynchjustiz als Dankeschön. Man muß sich nicht nur fragen, ob der das verdient hat, sondern auch, ob man es selber verdient hat, ob der Rest der Welt es verdient hat, daß aus einem solchen Anlaß alle Barrieren fallen und das Verbrechen zum Standard wird im angeblichen Kampf gegen das Verbrechen. Das permanente Starren auf den Verbrecher hat eben auch diese Funktion: Davon abzulenken, daß er zum Anlaß genommen wird, Rechtsstaatlichkeit, Zivilisation, eigene Menschlichkeit wegzuwerfen.

      Im Fall Gäfken hat das mal einmal nicht geklappt, und die Folter wurde hinterher geahndet. Das dürfte eher die Ausnahme sein. Und das Allerperverseste war, daß die Justiz dabei davon abhängig war, daß der Verbrecher selbst dagegen klagte!

      Und deswegen klappt es auch bei Hartz IV nicht: Auch hier ist die Justiz davon abhängig, wenn sie was reißen will, daß wir Erwerbslosen klagen. Sie sieht aber unsere Klagen nicht als je einmalige Chancen, ihren Job zu machen und gegen Unrecht vorzugehen, sondern als Belästigung.

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