Lebensmittelgutscheine, aktualisierte Position

Was haben wir uns bisher einen abgebrochen, um erklären zu können, was an diesen Lebensmittelgutscheinen so schlimm ist, und das in einer Welt, die sie anscheinend für eine Art Wohltat hält und überhaupt viel lieber Erwerbslose angafft, als sich um ein intellektuelles Verständnis der jedes Maß sprengenden Entrechtung und Diskriminierung zu bemühen.

in einem Fußgängertunnel mit orange gefliesten Wänden, der eine enge Kurve macht, so daß man nicht sehen kann, wo er hinführt.
Foto von Sebastian Rittau; Lizenz: CC BY 4.0

Es ist überraschenderweise unglaublich schwierig, Worte für etwas zu finden, wenn der gesamte Rest der Welt in einem völlig anderen Film ist.

Inzwischen kann ich (kaum daß ich ein paar Jahre damit gekämpft habe) genau sagen, was an dem Dreck so dreckig ist: Mit Lebensmittelgutscheine soll eine bestimmte Gruppe von Menschen auf weniger als die rein physische Existenz reduziert werden, und zwar nach außen genauso wie nach innen.

(Schon zur physischen Existenz gehört nämlich mehr als Essen, so etwa zumindest irgendein Obdach, Wärme etc.)

Die Botschaft: Du kannst essen oder nicht essen, ALLES andere steht Dir nicht zu. Du bist kein Mensch in dem Sinne wie andere, Du bist ein leerer Magen und sonst NICHTS.

Lebensmittelgutscheine transportieren und bewirken die Entmenschlichung einer ganz bestimmten Personengruppe.

Im Zusammenhang mit dem Jobcenter richtet sich das gegen Menschen, die sanktioniert wurden, und die diese Lebensmittelgutscheine dann auch noch selber beantragen sollen, so wie es bei dem ganzen Verein die ganze Zeit im Vordergrund steht, die Illusion zu erzeugen, daß alles alleine nur deswegen geschieht, weil die Erwerbslosen es selber wollen.

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, daß dieser Aspekt der Entmenschlichung als etwas gesehen wird, was man vernachlässigen kann, weil die Sanktionierten auf diese Weise wenigstens irgendetwas bekommen o.Ä.

Wenn Betroffene sich in dieser Situation für Lebensmittelgutscheine entscheiden, ist das eine Sache. Es ihnen zu empfehlen oder sie gar dazu zu drängen, ist eine ganz andere Sache. Und nochmal härter ist es, die Ignoranz gegenüber dieser Form der Entmenschlichung zur Grundlage von Politik, Rechtsprechung oder der Berichterstattung zu machen.

Und das Allerschärfste ist es, aufgrund des Angebotes dieser Entmenschlichung zu dem Schluß zu kommen, daß Erwerbslose, die diese Entmenschlichung nicht beantragen, demzufolge selbst schuld daran seien, wenn sie während einer Sanktion nichts zu essen haben.

Dies sind inakzeptable Positionen.

Hier ist ein früherer Artikel von mir zum Thema Lebensmittelgutscheine.

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6 Gedanken zu “Lebensmittelgutscheine, aktualisierte Position

  1. Lebensmittelgutscheine sind ein gezielt eingesetztes Instrument der Schikanisierung und Stigmatisierung, ein ganz bewußt gesetzter Angiff auf den letzten Rest von Selbstwertgefühl, das ein Betroffener / eine Betroffene noch haben mag.

    Juristen neigen scheinbar jedoch dazu, mit einer gewissen Eiseskälte auf dieses Instrument zu blicken.

    Hier ein Beispiel aus dem NOMOS-Kommentar – „Münder“ zum §31a (S.805, 5te Auflage):

    „Problematisch ist das Erfordernis eines gesonderten Antrags, das einen Teil der Leistungsberechtigten überfordern wird. Das Leitbild des handlungsfähigen, sich aktiv um seine Existenz mühenden Leistungsberechtigten ist aber nicht so realitätsfern, dass das Antragserfordernis insgesamt verfassungswidrig ist.“

    Übersetzt ins Neudeutsche:

    „Es gibt natürlich auch ein paar Hartzer, die bereits so fertig sind mit den Nerven, dass sie es nicht auf die Reihe kriegen, diesen Scheißdreck auch noch zu beantragen, und das ist natürlich in echt ein Problem, wegen Verfassungswidrigkeit und so, weil was zu fressen soll ja jeder haben.
    Aber jetzt mal in echt: der Selbsterhaltungstrieb wird die Jungs und Mädels schon zum Jobcenter treiben, davon kannste mal ausgehen, deswegen passt das schon.“

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  2. Vor einem Antrag, muss man erst mal wissen, dass es so was überhaupt gibt! Bruno wurde von der JC Geschäftsführerin weggeschickt, ohne überhaupt über diese Möglichkeit informiert worden zu sein – und das obwohl er gar nichts bekam. Von Lebensmittelgutscheinen haben wir erst 1 Jahr später erfahren. Auch die ganzen Sozialorganisationen, haben das nicht gesagt – seitdem nennen wir sie Sozialmafia.
    Hinweis: Wer NICHTS bekommt ist auch NICHT krankenversichert – doch die Gutscheine sind wieder staatliche Leistungen und SOLLEN damit auch wieder eine Versicherung begründen (wurde Bruno damals PRIVAT so erklärt, doch das JC schweigt sich seitdem aus)

    Deswegen haben wir nun auch Klage PERSÖNLICH gegen die JC Geschäftsführerin und andere eingereicht.
    Diese Information BGB § 253 haben wir vor kurzem bekommen und kombiniert mit EMRK steckt da was dahinter.
    Wir haben sogar ausgearbeitet, dass die Reduzierung von Hartz 4 gegen das EMRK verstößt – Beweise sind die Aussagen der Politiker und des BVerfG, dass H4 das absolute Existenzminimum ist und damit jede Kürzung gegen die EMRK verstoßen.
    Verweisung an EuGH und Beiordnung eines Anwaltes wurde ebenso beantragt. Wird aber sicher wieder ignoriert/unterschlagen = gegen EMRK Faires Verfahren.
    Wir haben es ausgearbeitet (24 Seiten mit Querverweisen/Zitaten/Gesetzen) plus (42 Seiten Anlagen inkl. Falschbeurkundung beim Weihnachtsmarktattentäter durch LKA – die haben nämlich die Überwachungsberichte gefälscht – wir kennen ähnliches von Jobcenter ‚die ham wir nicht‘ JC GS zu med. Unterlagen, mit denen aber bereits Leistungen bewilligt und bezahlt wurden – prüft seit Anf. 2012 und will sich wieder melden – ist nun über 5 Jahre her)

    Hier die 4 Webseiten und nun auf in den Kampf!

    Hauptseite Hartz IV GEGEN EU Menschenrechte plus persönliche Klagen gegen verantwortliche Täter im Amt
    https://dassindbrunosmoerder.wordpress.com/klagen-bgb-253-emrk/

    Verstößt H4 Reduzierung gegen EMRK
    https://dassindbrunosmoerder.wordpress.com/klagen-bgb-253-emrk/hartz-iv-gegen-emrk/

    Klage gegen Jobcenter Geschäftsführerin
    https://dassindbrunosmoerder.wordpress.com/klage-emrk-dagmar-manser-jobcenter/

    Klage gegen Leiterin Sozialamt in MARCH ‚gehen Sie zur Kirche, die haben Geld, die können spenden‘
    https://dassindbrunosmoerder.wordpress.com/klagen-bgb-253-emrk/klage-emrk-katja-boden-sozialamt-march

    PS eine Bitte – vor Kommentaren, Diskussionen bitte zuerst lesen und dass am besten mehrfach – fundierte Kritik gab es noch nicht, außer ‚bringt doch alles nichts, kann man sowieso nichts machen,….‘, die angesprochenen Personen haben nur am Thema vorbei geredet um sich nicht dazu zu äußern oder zu sagen ‚weiß ich NOCH nicht‘ – einer kam sogar mit der absoluten Hilfe ‚wende dich an das II. Reich (zweites – ist irgendso eine Stammtischclique in Berlin die selbst Minister bestimmt – Pension kommt aber vermutlich von der BRD und wird auch genommen).

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    1. Anmerkung: Das Gespräch wurde damals MIT Erlaubnis der JC GS aufgezeichnet – doch bis heute hat sich niemand (trotz Anzeige) für die Beratungsverweigerung nach SGB I, unterlassene Hilfeleistung, handeln gegen Grundgesetz, Menschenrechte, usw. interessiert = Verbrechen gegen EU Charta Menschenrechte im Staatsauftrag.

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      1. Schweigen im Walde, Grund- und Menschen-Recht-Verletzung per Gesetz, systemische Diskriminierung, vorsätzlicher AGENDA-BETRUG, Untreue in ganz großem Stil! Schwerwiegend Erkrankte werden als leichte Beute deklariert, die „Vertrags-Gemeinschaft der Amtsträger“ handelt wie eine Mafia-Familie, ZIELFÜHREND.
        EGMR – das heißt vor Deutschen Gerichten bereits gescheitert, nicht gehört, Art. 103 der Rechtsanspruch auf Rechtliches Gehör ist seit vielen Jahren verletzt!
        Die Würde der deutschen Gerichte, das RichterAmt, ist entwürdigt durch die RichterInnen höchst-selbst. Gleiches Schema, die Amtsträger der Politik verhalten sich un-würdig…..
        Endet die Würde eines Menschen mit dem Tode??
        Und was ist mit der Wüde der Lebenden, der Bürger/Innen der BRD?

        VORSICHT im Umgang mit ALLEN Amtsträgern der BRD!!!

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  3. Überhaupt: Gutscheine!
    Sind wir hier in einem (perversen) Gewinnspielmodus? Dürfen Erwerbslose bald an einem, speziell für sie entwickelten, Glücksrad drehen, bevor sie das Lebensnotwendige erhalten?
    Ne tut mir leid, wer an so etwas wie die Gutschein-Regelung in „Ämtern“ glaubt, ja dem Gedanken daran auch nur etwas Schmeichelhaftes abgewinnen kann, ist in meinen Augen schwer krank!

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