Projizierte Ignoranz und die Neutralisierungstheorie

Vom Unverständnis der Erwerbslosen, Teil vier

Die Unterstellung, daß Erwerbslose bestimmte Dinge einfach nicht verstehen, ermöglicht es, eine diskriminierende Sichtweise gegen uns aufrechtzuerhalten und uns weiterhin zu entrechten und zu schikanieren, ohne daß das eigene Selbstbild darunter leidet.

Inhalt und Betrag des Bullshits, den man sich einreden muß, um Hartz IV sinnvoll oder gerecht oder halbwegs okay zu finden, wird invertiert zu Inhalt und Betrag des uns unterstellten Unverständnisses, und so bleibt alles beim Alten.

Ignoranz und Macht kommen hier zusammen, und nur ein Machtgefälle ermöglicht es, die sehr realen Konsequenzen der eigenen Ignoranz komplett abzuwälzen, die sich aus einer derart eklatanten Diskrepanz zwischen der Welt und ihrer Abbildung zwangsläufig ergeben.

Stockphoto: Viele verschiedene Ziffernblätter von kaputten Uhren

Hartz IV beruht ja schon im Ansatz auf Ignoranz.
Ignoriert wird z.B. die Tatsache, daß man nicht ein paar Millionen Erwerbslose in ein paar hunderttausend Jobs pressen kann.
Daß man es doch kann, bzw. daß wer es nur doll genug will, etc., das wollen wir Erwerbslosen dieser Logik zufolge eben einfach nicht wahrhaben.
Man versucht es einfach immer weiter, im Rahmen eines Machtgefälles und mit großem Druck. Und wenn’s wieder nicht geklappt hat, sind die Erwerbslosen schuld, und es gibt überhaupt keinen Grund, mal was zu hinterfragen, höchstens, ob die angewandten Druckmittel ausgeklügelt genug sind.

Als diejenigen, die diesem Druck ausgesetzt sind, befinden wir uns kognitiv in einer völlig anderen Lage als diejenigen, die den Druck ausüben (und das schließt sehr viel mehr Leute ein als die „Arbeits“„VermittlerInnen“ im Jobcenter).

Wenn wir dieselben Sachverhalte ignorieren, dann nutzt das nicht unserem Selbstbild, sondern wirkt sich im Gegenteil zerstörerisch aus.* Und wenn wir dem Bullshit nicht in aller Offenheit und Konsequenz entgegentreten, dann bezahlen wir einen hohen Preis dafür.
Dennoch, nur wenige trauen sich das. Und zwar nicht deswegen, weil wir so arme verschüchterte Hänger sind, sondern weil es realistisch ist, dabei mit Gegenreaktionen zu rechnen, die eher noch schlimmer sind, als gleich das Maul zu halten.

Die Information, daß es nicht funktioniert, uns mit Druck in einen nicht in dem Ausmaß existierenden Arbeitsmarkt zu pressen, schon gar nicht mit den sonstigen Mitteln der „Arbeits“„Vermittlung“ à la Jobcenter, die Niedriglohn und prekäre Beschäftigung sogar favoriseren, daß es darüberhinaus gegen unsere Grundrechte verstößt und uns fertigmacht, wird daher als Zeichen unseres Unverständnisses umgedeutet, um das eigene positive Selbstbild zu erhalten und auf unserem Rücken sogar noch zu festigen.

Dann kommen auch Inhalte der Diskriminierung dazu, etwa unsere angebliche Faulheit, mangelnde Bildung, psychische, „soziale“ und moralische Probleme: Ignoriert wird dabei, daß es sich um Vorurteile handelt, und nicht um Fakten, beziehungsweise, wenn doch mal, dann oft als Folge der miesen diskriminierenden Behandlung.

Erst den Menschen die Beine brechen, und hinterher mit dem Finger zeigen und plärren „Die können ja gar nicht laufen“, das ist Hartz IV.

Und wenn ich sowas schreibe, beweist das natürlich auch nur, daß ich üüüüberhaupt nicht verstehe, wie Hartz IV eigentlich „gemeint“ ist, und daß ich auch kein Verständnis für diese armen Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches habe, und somit selber schuld bin, wenn ich mit denen Konflikte habe, denn zu einem Konflikt gehören ja immer zwei, und wenn ich mal mehr Verständnis dafür hätte, daß man mich ja wie Dreck behandeln muß, hören Sie: MUSS!!!

Dieser Mechanismus dürfte mehr oder weniger bei allen Formen der Diskriminierung ablaufen. Frauen etwa galten den Sexisten jahrhundertelang als geistig nicht völlig auf der Höhe, und Geflüchtete erscheinen gerade Rassisten praktisch als kulturell so außerirdisch, daß auf keinen Fall ein Austausch möglich ist, geschweige denn auf geistig-moralischer Augenhöhe. Junge Menschen können ja schon aus mangelnder Lebenserfahrung nichts Erhellendes beitragen, und Ältere, naja, da läßt es ja dann auch irgendwann wieder nach, nicht?**

Das kann auch beim persönlichen Kontakt nur bedingt gebessert werden, da es ja gerade als Bestätigung der Unverständigkeit eingeordnet wird, wenn die Person eine ganz andere Realität verkörpert als es dem Vorurteil entsprechen würde.

Die Neutralisierungstheorie

Ein kurzer Text im Steadynews-Blog hat mich dazu gebracht, die Sache auch mal durch die Brille der Neutralisierungstheorie zu betrachten.

Die Neutralisierungstheorie (hier Wikipedia) befaßt sich damit, wie StraftäterInnen ihre Handlungen vor sich selbst rechtfertigen.

Sie neutralisieren dabei praktisch den negativen moralischen Gehalt ihrer Handlungen, gemessen an Werten, die sie eigentlich teilen.

Hier ist ein Artikel, der das sehr schön konkret veranschaulicht, quasi am lebenden Objekt.

Die Methoden der Neutralisierung sind:

– Leugnung der Verantwortung (Denial of Responsibility)
– Leugnung des Unrechts (Denial of Injury)
– Abwertung des Opfers (Denial of Victim)
– Verdammung der Verdammenden (Condemnation of the Condemners)
– Berufung auf höhere Instanzen (Appeal to Higher Loyalties)

Und diese Methoden kann ich bei Hartz IV alle wiederfinden:

Die Behauptung, daß Erwerbslose sich quasi selbst sanktionieren, und zwar ganz freiwillig, würde ich zum Beispiel unter „Leugnen der Verantwortung“ einsortieren. (Hier bin ich näher darauf eingegangen, warum diese Behauptung unhaltbar ist.)

Die Behauptung, daß bei Sanktionen ja nichts Schlimmes passieren könne, weil Sanktionierte ja Anspruch auf Lebensmittelgutscheine hätten, und weil die Miete unter Umständen als Darlehen übernommen werden kann (in Wirklichkeit höchstens dann, wenn die Gerichtsvollzieherin schon vor der Tür steht), würde ich zum Beispiel bei „Leugnung des Unrechts“ einordnen.

Als „Abwertung des Opfers“ würde ich jede negative Zuschreibung gegen die Sanktionierten und Schikanierten einsortieren, ob sie nun individuell oder aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit passiert. Angefangen von Parasiten-Clements Äußerung bis hin zur ganz alltäglichen, oft gar nicht geäußerten Unterstellungen.

Eine „Verdammung der Verdammenden“ tritt auf, sobald Kritik geübt wird. Zum Beispiel würde ich hier eine Masche einordnen, die besonders vom früheren Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) Heinrich Alt gepflegt wurde, die Frank-Jürgen Weise, Boß von BA und BAMF***, aber auch ganz ohne ihn kann: Sobald sie selbst als Vorstand und Verantwortliche kritisiert werden, heben sie ein großes Geschrei an, wie fies gemein das ist, und zwar nämlich gegenüber den kleinen Beschäftigten. Auf deren Belange sie ansonsten scheißen.

Außerdem ist ein offener Widerspruch Erwerbsloser im Rahmen von Hartz IV genau als das definiert, was zu bestrafen ist: „Mangel an Motivation“, lautet die euphemistische Verbrämung. Daß diese zu bestrafen sei, daran haben weder Beschäftigte in den Jobcentern noch SozialrichterInnen noch die Bild-Zeitung Zweifel. (Bloß im Gesetz findet sich kein entsprechender Straftat- pardon: Sanktionstatbestand.) Die Verdammung der Verdammenden ist hier schon vorgreifend systematisch angelegt, in dem Wissen, daß man hier etwas macht, was absolut berechtigten Widerspruch zur Folge haben wird, den man auf diese rabiate Weise neutralisieren möchte.

Auf die Berufung auf höhere Instanzen muß ich wohl im Zusammenhang mit Hartz IV kaum extra eingehen.

Die Neutralisierungstheorie wurde in Abgrenzung zur Subkulturtheorie zur Erklärung von Kriminalität entwickelt. Die Subkulturtheorie besagt, daß StraftäterInnen eben die Werte nicht teilen, die andere Leute von Straftaten abhalten. Im Gegensatz dazu besagt die Neutralisierungstheorie, daß StraftäterInnen beides vereinbaren wollen, einerseits wollen sie sich als quasi als moralisch vollwertig betrachten, andererseits aber gleichzeitig gegen moralische Normen verstoßen.****

Dabei werden zwei Maßstäbe vermengt: Der Gesetzesbruch einerseits und der Schaden, den man anderen Menschen oder Institutionen oder der Gesellschaft zufügt andererseits.

Ich finde es schon an sich problematisch, Gesetzestreue automatisch mit moralischem Handeln gleichzusetzen, halte es auch historisch für absolut unhaltbar.

Ich beziehe mich daher auf die Menschenrechte und die goldene Regel als moralische Werte, und schreibe diesen Werten zu, daß sie in Deutschland sehr breit getragen werden, und gehe davon aus, daß dort, wo sie nicht gleichzeitig im selben Maß beachtet werden, Neutralisierung auftritt.

Übrigens bin ich nicht die Erste, die auf die Idee kommt, die Neutralisierungstheorie auf andere Leute als verurteilte StraftäterInnen zu beziehen. Ein Beispiel: In seinem Ebook „Die Peperoni-Strategie: So nutzen Sie Ihr Aggressionspotenzial konstruktiv“ wendet Jens Weidner sie auf das Berufsleben an. Er empfiehlt Neutralisierung nicht zur Nachahmung, sondern bezeichnet sie als Alarmsignal, auf das man bei Anderen achten soll. Hinter diesem Link müßte eine Leseprobe bei google books sein.

Ein wirklich perfider Gehalt von Hartz IV wird hier deutlich: Die Beschäftigten der Jobcenter werden in Handlungen verstrickt, die eigentlich gegen das Wertsystem jedes in eine demokratische Gesellschaft eingebundenen mitfühlenden Individuums verstoßen müssen. Die absehbare Folge (und mit absehbar meine ich: Es war aufgrund allgemein zugänglicher wissenschaftlicher Forschungsergebnisse vorhersagbar) ist nicht, daß sich die Beschäftigten massenhaft und mit Empörung verweigern (Milgram-Experiment), sondern, daß sie Neutralisierungstechniken anwenden und sich ein entsprechendes Weltbild zurechtbasteln, was besonders stabil ist, und immer zu weiteren Verstößen gegen die eigenen Werte führt, so lange man in dieser Arbeits-Situation bleibt.

Dabei scheint gerade die Diskrepanz zwischen den eigenen Werten und dem eigenen Handeln stabilisierend zu wirken: Würden die Werte aufgegeben, wäre es nicht mehr schlimm, sich als jemand zu sehen, der böse dagegen verstoßen hat. Die fortgesetzten Scheinbemühungen um unser Wohlergehen, die für uns sowieso schon besonders abstoßend sind (hier ein älteres Beispiel), tragen so zur Stabilisierung der völlig unhaltbaren Situation bei.

Übrigens beschränkt sich der Effekt keineswegs auf die Beschäftigten der Jobcenter. In Hartz IV sind hinter den Kulissen sehr viel mehr Menschen beruflich involviert, als man von außen mitbekommt, bis hin zum Gesetzgeber. Letztendlich muß man auch mal an all diejenigen denken, die zumindest auf Anfrage Diskriminierendes über Erwerbslose zu sagen wissen, und das sind einer Studie zufolge über 70% der Bevölkerung.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich sei selbst dort hineingestolpert, hätte ohne nachzudenken mal ein paar Leute sanktioniert oder sonstwie fertiggemacht, mit verwaltungstechnischen Mitteln, die zunächst vor mir versteckt haben, was ich da gemacht habe, und dann kommen diese Menschen immer und immer wieder, sie leiden, sie sind traurig, ihre Lebenssituation bessert sich einfach nicht, und dann führen sie mir auch noch vor Augen, welche Konsequenzen mein Handeln… neinnein, das ist deren eigenes Handeln, jawohl! … immer und immer wieder …

Natürlich bekommt man da einen Haß auf Erwerbslose, natürlich bekommt man da Angst vor Erwerbslosen, natürlich wünscht man sich, daß sie verstehen, warum man so handelt, also Verständnis … immer und immer wieder …

Warum können die das nicht einfach verstehen?

Daß Erwerbslose Dinge nicht verstehen, ist dabei ein Deutungsmuster, was von außen und von oben vorgegeben wird, und wie viele „Arbeits“„VermittlerInnen“ tatsächlich an unser großes Unverständnis glauben, könnte ich nicht sagen.

Ich sehe eher, wie häufig der Text von unserem Unverständnis mehr oder weniger öffentlich wiederholt wird, und welch vielfältige Funktionen er in dem ganzen Gefüge von Bullshit erfüllen kann.

Ein paar weitere Schnipsel zum Thema Neutralisierungstheorie

„Die Kriminologen nennen das Neutralisationstechniken, und gerade die Mittel- und Oberschichten verfügen hier über ausgefeilte Strategien, man denke nur an Politiker.“
weiterlesen

„Interessant: Die „Ablehnung der Verantwortung“ wurde hier, gestützt von den vorliegenden Ergebnissen, um vier Unterkategorien erweitert: Berufung auf Gleichgültigkeit („war mir egal“), Berufung auf das Recht zur Bedürfnisregulierung („das habe ich mir schon immer gewünscht“), Berufung auf das Recht zur Individualität („so bin ich“) und Verteidigung der Notwendigkeit („ich musste es tun“). Zudem wurde eine neue Technik, die „Berufung auf das Recht zur Emotionsregulierung“ („danach ging es mir gut“), hinzugefügt.“
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„Wie angedeutet, ist diese Theorie besonders spannend bei dem Versuch kollektive Gewalt zu erklären, beispielsweise im Nationalsozialismus oder aktuell durch den IS-Terror. Die Dehumanisierung der Opfer spielt in beiden Fällen eine zentrale Rolle.“
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* Der Ausweg der Feigen und der Untertanen unter den Erwerbslosen ist es, zwischen sich selbst und den „bösen“ Erwerbslosen zu unterscheiden, welchen eine andere, minderwertige moralische Qualität zugeschrieben wird, und für die man Sanktionen und überhaupt die übelste Behandlung fordert, die sie im Gegensatz zu einem selbst verdient hätten, und sich generell welche zu suchen, auf die man noch herabsehen und heruntertreten kann.

** Die einzige mir bekannte Ausnahme, neben dem Antiintellektualismus an sich, ist der Antisemitismus: Jüdischen Menschen wird zugeschrieben, daß sie genetisch bedingt intelligenter seien als alle anderen, und das paßt dann auch wieder nicht. Hier eine lesbare Glosse dazu, und hier ein ausführlicher Faktencheck.

*** BAMF: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hier bin ich näher darauf eingegangen, wie Weise beide Institutionen führt.

**** Ich fühle mich an dieser Stelle auch sehr stark an den Spruch „Ich bin ja kein Rassist, aber…“ erinnert. Hier weiterführende Hinweise dazu.

###

Über Erwerbslose heißt es oft, wir würden die Schreiben vom Jobcenter nicht verstehen, deswegen müßten die Jobcenter sie verständlicher schreiben.

Diese Scheindebatte hat es ganz schön in sich, und aus den paar Worten, die ich mal bei Gelegenheit dazu schreiben wollte, ist eine kleine Serie geworden.

In Teil eins habe ich ein paar Textbausteine vorgeschlagen, die die Jobcenter in alle Schreiben einfügen könnten, so daß sie sofort besser verstanden werden.

In Teil zwei habe ich nach dem Unterschied zwischen einem unabhängigen Ombudsmann und einem Bescheiderklärer gesucht.

In Teil drei habe ich mich mit dem autoritären Tunnelblick beschäftigt, mit dem Erwerbslose angesehen werden.

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31 Gedanken zu “Projizierte Ignoranz und die Neutralisierungstheorie

  1. Soweit ich Dir folgen kann, beschreibst Du damit zugleich die Gründe, warum das „Fordern und Fördern“ trotz bester Konjunktur ums Verrecken nicht zu einem Verschwinden des Prekariats führt. So wie ein Knast ohne Gefangene (warum komme ich nur immer wieder auf diese Vergleiche?) bloß eine dick ummauerte Immobilie ist, ist ein Job-Center ohne „Kunden“ bloß ein für den Steuerzahler teures Etablissement von Kennzahlen-Fetischisten und Möchtegern-Kapos, d.h., es ist dringend auf Kunden angewiesen, und so erhält es sich die Unglücklichen, die in seine Fänge gegtreiben werden, indem es sie durch mickrige Leistungen, miese Schikane und Maßnahmeritis in eine körperliche und geistige Verfassung treibt, in der sie ihre Widerstandskraft gegen Gängelei und Bevormundung vrschleißen, statt sich auf ihr Können und ihre Fähigkeiten zu besinnen, mit denen sie bspw. durch Erwerbsarbeit, die diesen Namen auch verdient, Anteil an der Gesellschaft nehmen können. Hartz-Hospitalisierung.

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    1. Aaaah, so weit hatte ich noch gar nicht gedacht, aber ja, im Prinzip denke ich schon, daß das Ganze eine stark irrationale Komponente bekommt durch diese selbstreferentiellen Mechanismen. Die diskriminierende Sichtweise auf Menschen wird zur bestimmenden Dynamik.

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      1. :-)) Steht alles in Deiner Blogscape! Mußte nur 1 & 1 zusammenzählen:

        1: Mit Deiner Beschreibung der frames, also des Handlungs- und Anordnungswerks, worin das Maltraitment der Erwerbslosen im Job-Center abläuft, bist Du schon selber haarscharf an dieser Einsicht vorbeigeschrammt. Es bedarf nämlich zwingend täterseitig einer derben déformation professionelle, um solche Manipulationsinstrumente überhaupt anzufassen und ohne eine entsprechend konditionierte Kundschaft sind sie absolut wertlos.

        & 1: Hannemann vor dem BT-Petitionsausschuß, auf die Du verlinkst, erwähnt ihre Schreiben an die Antragsteller zwecks Erörterung, die sie so formuliert hat, wie man es von Erwachsenen erwarten kann und die darauffolgende komplette Fehlanzeige von „Sanktionsanlässen“: Alle Angeschriebenen seien erschienen.
        Was für eine frappante Lähmung des ganzen Job-Center-‚frameworks‘! Kein Wunder, daß es den Kampfmittelräumdienst gegen sie in Stellung brachte, wo käme man sonst hin?

        Conclusio: Der Archipel Job-Center kann seine Stellung nur halten, indem er durch Provokation („fehlende Unterlagen“, unzulässige oder rechtswidrige Sanktionen, unverständliche Bescheide, unterbliebene bis irreführende Auskunfterteilung, Falschberechnung, Maßnahmen zur Statistikfälschung etc pp) und subtile bis massive Existenzbedrohung seine Klientel in einem Schwebezustand der Rechtsunsicherheit, Ungewißheit, Illiquidität lähmt und an sich bindet. Beide zusammen finden sich in einer streng marktkonformen loss-loss-Situation. Die Mitarbeiter der JCs verlieren Anstand und Moral, die Bedürftigen eine Lebensperspektive.

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          1. Es könnte noch viel mehr hinter den /frames/ stecken, wie ich mich selbst korrigieren muß, wenn das zutrifft, was hier:
            http://www.nachdenkseiten.de/?p=34504
            angedeutet wird.
            Der Interviewte hat noch ein paar Überlegungen mehr geäußert.Wenn das nicht bloß eine interessante Verschwörungstheorie ist, fragt sich, warum man ihn das sagen läßt.

            Die „Bilderberger“ müssen sich ihrer Sache so sicher sein, daß sie glauben, sie kommen trotzdem damit durch, egal, was der sagt, denkt, schreibt.

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            1. Das ist eine sehr interessante Verschwörungstheorie. In der Einleitung geht es erstmal darum, die völig entgegengesetzte Ausrichtung linker und rechter Politik zu verwischen (ein beliebtes Tarnmanöver von Rechten). Anschließend wird geraunt und geraunt, was das Zeug hält, ohne so richtig konkret zu werden oder eine vollständige Kette von Überlegungen vorzulegen, von Belegen rede ich gar nicht erst. Dann kommt ein Rezept, wie man „selber denkt“, in welchem solche Dinge wie Faktenchecks gar keine Rolle spielen, und das ist eine Empfehlung, der Typ empfiehlt eine Methode zur Überprüfung von Aussagen der Presse, in welcher kein Faktencheck und kein Realitätsabgleich vorkommt.
              Zum Thema Hartz IV kommt ein Absatz, den ich zwar so unterschreiben kann, der aber leider keine Anhaltspunkte enthält, anhand derer jemand die getätigten Aussagen einschätzen kann, der sonst wenig Ahnung von der Materie hat.
              Und danach geht es um Geflüchtete. Und hier wendet der Interviewte gleichzeitig genau die Techniken an, vor denen er gleichzeitig im selben Absatz warnt. Dieses Haltet-den-Dieb-Geschrei finde ich sehr typisch für diese ganze Querfront-Blase (und damit meine ich das Bestreben rechter Strömungen, so zu tun, als seine links und rechts nicht politisch entgegengesetzte Kräfte). Konkret framed er als Beispiel für Manipulation „Umgang mit den Problemen, die gegenwärtig durch Migranten aus Syrien und Afghanistan sowie aus Westafrika entstehen“. Seinen eigenen Frame macht er zum Maßstab für die Aussagen anderer, und wenn diese seinem Frame nicht entsprechen, labelt er sie als Manipulationen. Im nächsten Absatz kommt dann noch ausdrücklich der Frame „Flüchtlingsproblem“.

              Wobei, man muß ihm jedenfalls zugute halten, daß er so viele Worte darum macht, daß es nachvollziehbar wird, wie dieses Geschwurbel überhaupt aufgebaut ist. Das was er dann über „ideologische Verkürzungen“ sagt, muß man nur mal auf seine eigenen Frames anwenden. Das wäre vermutlich aber eine Zeckentfremdung, denn eigentlich ist es ein inzwischen gut etabliertes Label für jede Auffassung, die solchen Frames wie den seinen widerspricht.

              Ich unterbreche hier mal, obwohl ich erst ein paar Absätze von dem Verlinkten Text gelesen habe. Eigentlich reicht es mir schon. Ich seh schon seit Jahren immer wieder mal Texte, die vorgeben, Manipulationen offenzulegen, und sich gerade daraus eine Hintertür basteln, um ihre eigenen Manipulationen unterzubringen.

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        1. Ich glaube allerdings, daß dieser Effekt, den Du beschreibts (die Selbsterhaltung der „Jobcenter“ dadurch, daß man viel tut, um die Situation der als Kunden verhöhnten Leistungsberechtigten aufrecht zu erhalten oder zu verschlechtern) nur ein willkommender Nebeneffekt ist.
          Die Hauptaufgaben der „Jobcenter“ liegen
          1.) in der Fälschung der Statistik einerseits und
          2.) der Einsparung von Geld durch die unberechtigte Vorenthaltung von Ansprüchen/Leistungen.

          Da bin ich mir sicher.
          Als dritte Aufgabe könnte noch die Versorgung von Leihklitschen mit Arbeitskräften genannt werden. Aber auch hierbei stehen die erste beiden Punkte im Vordergrund. Denn wenn jemand dreimal im Jahr auch nur jeweils eine Woche bei einer Leihklitsche war, mußte man ihm drei Wochen lang keine oder geringere Leistungen zahlen, und man kann drei Vermittlungen in die Statistik hineinlügen.

          Genauso sieht es bei „Einladungen“, Ein-Euro-Jobs, sog. Maßnahmen und dem ganzen anderen Mist aus, mit dem man arbeitslose Menschen gängelt, verhöhnt, quält und demütigt.

          Und wenn der Laden schlecht läuft – überlange Wartezeiten, keine telefonische Erreichbarkeit, Unterlagen, die in schwarzen Löchern verschwinden, ignorante, blöde, faule Mitarbeiter, etc., dann dient auch dieses wiederum den beiden oben erwähnten Zielen.

          Viele sehen das nicht, aber ich habe ja auch einige Jahre gebraucht, um zu diesem Schluß zu kommen.

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          1. Noch besser: Wenn jemand einmal im Jahr mindestens eine Woche lang in eine Leiharbeitsfirma entsorgt wird, ist die Arbeitslosigkeit unterbrochen, und die Person ist nicht Langzeitarbeitslos.

            Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist das sogenannte Bundesziel drei.
            (Memo an selbst: Mal was über diese Bundesziele schreiben.)

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  2. Noch darüber hinaus will mir scheinen, man habe schon mit der Gesetzesgrundlage die Gedanken in ganz bestimmte Bahnen eingelenkt, wo man sie in einer Art Dunkelkammer gut abgeschottet und fixiert hält, gegen Fremdeinflüsse immunisiert.
    Auch im Wissen um das Durchschnittsbewusst-
    Sein der Bevölkerung hat man es, noch einmal geschickt manipulierend, weiter hinabgezogen.
    Die Gesetzesvorlage erscheint mir zu ausgeklügelt, ihre Teile zu fein aufeinander abgestimmt im allernegativsten Sinne, um den Gedanken daran zu verwerfen.
    (Auch wenn -oder gerade weil – viele Änderungen erst nachträglich herbeigeführt worden sind).

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  3. Eine weitere „irrationale Komponente“ (siehe weiter oben Kommentar der Autorin) könnte auch folgendes sein: in früheren Kulturen wurde ja oft der Überbringer von schlechten Nachrichten bestraft, mitunter gar getötet. Nun sind heute Arbeitslose allein schon durch diesen Status der Arbeitslosigkeit Überbringer der Nachricht, dass wir offenbar doch nicht die Vollbeschäftigungs-Arbeits-Gesellschaft sind, als die wir uns ausgeben. Somit ist also der/die Arbeitslose der/die Schlechtenachrichtenüberbringer/in, und anstatt an die Lösung des Problems heranzugehen oder überhaupt erst einmal zu akzeptieren, dass es dieses Problem gibt – nämlich immer weniger bezahlte Arbeit in einer Gesellschaft, in der sich das Individuum kulturell geprägt über Arbeit definiert, wird er/sie dann lieber ausgegrenzt aus dem öffentlichen Leben und es wird am Götzen Vollbeschäftigungsgesellschaft oder überhaupt an Begriffsvorstellungen von Arbeit festgehalten, die jahrhunderte alt sind. Und es wird weiterhin festgehalten an dieser völlig lebensfremden „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“-Ideologie.
    Anders gesagt, der/die Arbeitslose hält durch den Status Arbeitslosigkeit mit seiner Person der Gesellschaft einen Spiegel vor, in den man lieber nicht schauen möchte, also macht man lieber aus dem Spiegel einen Scherbenhaufen und hält lieber an dem falschen Glauben von Vollbeschäftigung und „Man kann alles, wenn man nur will“-Ideologie und dergleichen fest. Und Jobcenter und Co gehören zu einer riesigen Kulissenwelt, die dem Aufrechterhalten dieses falschen Glaubens dient.

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      1. Ich liebe diesen Blog!
        Vergessen aber wenigstens wir zu unserer eigenen Beglückwünschung nicht, dass die hier sprechenden Personen auch (ein wenngleich verhaeltnismaessig winziger Rand-) Teil der Gesellschaft sind, wenn schon deren innerer Kern es zu unserer Benachteiligung vergisst.

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    1. Noch weiter: Derjenige, der ohne abhängige Erwerbsarbeit ist (arbeitslos, also ohne Betätigungsfeld, ist er damit noch lange nicht), überbringt – bildlich gesprochen – die Nachricht, daß ein Mensch auch ohne Erwerbsarbeit existieren kann und er fordert sein Menschsein ein, obwohl er ja (gemäß dem gängigen Vorurteil) „nichts tut“.
      Umbringen wäre noch das mindeste, was man mit so einem müßte…

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      1. Was Haupt- und was Nebenzweck dieser Ètablissements ist, mag mE dahingestellt bleiben, nachdem sie sowieso bloß die ihnen bereits 10 Jahre lang mißlingende Senkung der Arbeitslosigkeit in Senkung der Ansprüche umdeuten: Ob die von mir unterstellten Mechanismen der Kundenkonditionierung organisatorisch verankert sind oder ob sie auf halb- oder unbewußten Verfahrensweisen beruhen, ist ebenfalls unerheblich.

        Ich stelle mir stattdessen vor, was geschähe, wenn sie es flächendeckend überwiegend mit Personen wie Chris zu tun bekämen und blende einstweilen die Frage, womit und wielange die stante pede Vollsanktionierten überleben könnten, aus:

        Vorab eingekaufte Maßnahmen blieben spärlich besetzt, deren Träger kämen nicht auf ihre Kosten, die sich karitativ nennenden, mit bestens zur „Betreuung“ von AgH-MAE-„Mitarbeitern“ ausgebildeten Fachkräften bestückten Einrichtungen könnten ihre Pflegedienste nicht SGB XI-konform verrichten (und vll. auch nicht so abrechnen, wie sie es dank der sonst vorhandenen ‚Helfer‘ gerne täten), die auf Frischfleisch-Nachschub von Leihbutzen spekulierenden, auf „Produktionsspitzen“ fixierten Dauerentleiher von Willig-&Billig-Helfern verletzten ihre vertraglich fixierten, hoffentlich mit Konventionalstrafen bewehrten Verpflichtungen etc.

        D.h., die schöne neue Agendawelt der Hungerlöhner bekäme mehr und schneller größere Risse, als die GroKo sie mit ihrem gesetzgeberischen Kitt zukleistern könnte.

        Gut, es könnte auch ganz anders ausgehen, ich bin kein Stratege, aber damit jede Überlegung in diese Richtung abgewürgt wird, bevor sie zur Anwendungsreife gedeiht, ist es zweifellos nützlich, schon durch die Schaffung einer entsprechenden Drohkulisse, tatsächlicher Drangsal und gezielter Provokation mit verschwundenen Akten usw. dafür zu sorgen, daß das auch so bleibt, weil ein hinreichender Prozentsatz der „Kunden“ sich dadurch die der Pflegeleichtigkeit dienliche geduckte Haltung verinnerlicht, beibehält und den Daseinsgrund des Fallmanagements abgibt.

        Die üblichen Verhaltensmuster des deutschen Prekariats belegen, daß es sich überwiegend genau so handhaben läßt. Es fehlt ihm an autonomen, flächendeckenden Strukturen, stattdessen kriecht es bestenfalls in kleinräumiger Verzahnung mit der „Organisierten Wohlfahrt“ in deren kleine Nischen, worin Ehrenämtler die Basisarbeit leisten und die Hauptämtler ihre beamtoiden Saläre einsacken.

        Und wenn es merkt, daß nun auf einmal, nach zermürbender oft jahrelanger Suche nach angemessenem Wohnraum auf einmal die „Dick & Wichtig“-Politik Worte wie „sozialen Wohnungsbau für Neuankömmlinge“ ausstößt, wundern sich die Auguren, wenn es so wählt, wie es eben wählt: War in D schon immer so. In der Grande Nation hätte es stattdessen längst begonnen, die Schreibtische der ANPE zu zerlegen, damit die Exekutive mal ein bißchen was von der ‚pression‘ abbekommt, vraiment.

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        1. Yep, man sieht es ja ganz aktuell auch, wenn schon nicht in den Nachrichten, dann aber mindestens auf Seiten wie labournet: Es hängt vieles davon ab, ob Widerstand in der Breite eine selbstverständliche Reaktion ist oder nicht.
          http://www.labournet.de/internationales/frankreich/politik-frankreich/politik-arbeitsgesetz_widerstand/am-14-juni-kommt-die-siegesfeier-der-franzoesischen-bewegung-gegen-das-neue-arbeitsgesetz/

          http://www.labournet.de/internationales/frankreich/politik-frankreich/politik-arbeitsgesetz_widerstand/frankreichs-umkaempfte-arbeitsrechts-reform-teil-29/

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  4. @Chris, 14mai16 14h19, „…mindestens eine Woche lang:..“

    Sogar das ist manchmal eine zu hohe Hürde. Deswegen wurde auch noch der § 53a Abs. 2 SGB II erfunden. Weil das Dilemma, die Leute erst mit 67+ verrenten zu wollen, ohne die Frage zu beantworten, was sie vorher machen sollen (wie es um Arbeitsplätze im klassischen Sinne für die Ü 50 aussieht, ist ja bekannt), wenn sie nicht vom Couponschneiden leben können, einfach nicht zu lösen ist.

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  5. Noch zwei Gedanken zur projektierten Ignoranz:

    1. Les précaires de la Grande Nation konnten genauso wie die (noch) Arbeitenden dem Prekariat des rechtsrheinischen Nachbarn jetzt 10 Jahre lang beim Versuch, zu überleben, zusehen. Même chez nous? Partout non!

    Sie wissen genau, daß sich sowas wie Agendawahn erst gar nicht einnisten darf, weil er dann kaum mehr wegzubekommen ist.

    2. Die Gewerkschaften in Frankreich blicken ein wenig über ihren Tellerrand. In D sah und sieht es so aus, als kämpften bloß Priviliegieninhaber um 3 % Lohnzuwachs und Betriebsrente und für die Leiharbeiter haben sie ein müdes Lächeln (und das Problem Werkvertrag haben sie nach 10 Jahren noch immer nicht gerafft). Der DGB schloß – soweit mir erinnerlich – einen an Lächerlichkeit nicht zu überbietenden Tarifvertrag mit der Zeitarbeit, so daß ihnen peinlicherweise ausgerechnet die deutschen Asozialdemokraten nach 10 Jahren mit einem Mindestlohngesetz aus der von ihnen selbst verursachten Me*de helfen mußten.

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      1. Klar, auch das noch. Gut vernetzt mit diesen Genossen. Ich glaube, der Preis für das Stillhalten, also das bloß verstopfte Pro-Forma-Gequake gegen die Agenda war, daß die deshalb erfundenen sog. „Sozialattachées“ deutscher Botschaften, die also Diplomatenstatus haben, Mitglied einer der im DGB organisierten Gewerkschaften sein müssen. Bei 176 Staaten käme da eine fette Pöstchenbeute und für den Steuerzahler eine fette Kostenwalze zu, Jahr um Jahr. Na ja, mit ein paar tausend rechtswidrigen Sanktionen, die eh‘ nur zu 5 % angefochten werden, holt man’s wieder rein, damit die Schwarze Null (Schäuble) sich freut.

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  6. Sollst Du ja auch nicht. Soll keiner von uns. Könnte wieder eine Neiddebatte der Habenichtse gegen die Elite lostreten. Das Netz ist eine Pest und eine Petze. Ich hoffe, der Editor shreddert meinen Link nicht wieder.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sozialreferenten-streit-um-jobs-an-deutschen-botschaften/3444444.html

    Vielleicht archivierst Du das in Deinem Giftschrank, da ich nicht weiß, wie lange das Handelsblatt sowas feilbietet.

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  7. Wobei, das Handelsblatt schreibt: Von 38 in den letzten sechs Jahren besetzten Stellen zwei an die SPD und zwölf an die Gewerkschaften – 24 Jobs sind also an andere gegangen. Scheint eher so, als wolle man SPD und Gewerkschaften einen kleinen Rest von etwas wegnehmen, als nen ganzen Kuchen.

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    1. Jetzt habe ich mich natürlich gleich gefragt, wozu es solche Stellen gibt und was diese Leuten denn so treiben (sollen) und das Wort, welches ich heute zum ersten Mal gehört habe („huch, Sozial- was?), im Internet gesucht.

      Hier die Tätigkeitsbeschreibung des Sozialattaches an der Deutschen Botschaft in der Slowakei:
      http://www.pressburg.diplo.de/Vertretung/pressburg/de/02/Botschafter__und__Abteilungen/seite__sozialreferat.html

      Zitat: „Die Beziehungen der Sozialpartner und die Unterstützung bilateraler Kontakte ihrer Organisationen, der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften, …“ – Nanu, können die denn nicht selber Kontakte miteinander knüpfen? Wozu brauchen die einen Katalysator dazu??

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      1. Wohl eher eine Aufsicht. Interessant auch die nächsten Absätze:

        „Der Sozialreferent beschafft für das Gastland wichtige Informationen, statistisches Material, gesetzliche Regelungen, Informationen über Institutionen und Verbände in Deutschland. Er vermittelt und berät in sozialen Einzelfragen.

        Die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Transformation werden verfolgt und begleitet. Über wichtige Reformschritte und wesentliche gesellschaftliche Entwicklungen wird an die entsprechenden deutschen Stellen berichtet.“
        Puh.

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        1. Egal, aus unserer Froschperspektive liest sich das so: Der [Pöstcheninhaber] macht irgendwas für die Galerie und kassiert dafür Beamtensalär nach A15 plus Auslandszulage, erhält einen Dienstpaß und ein Akkreditiv, so daß er falsch parken darf, ohne Knöllchen bezahlen zu müssen.

          Liest sich wie eine Art Endlager für Leute, die so gut mit dem Filz, äh, der Elite vernetzt sind, daß man ihnen kein SGB II zumuten möchte. Ob Bahn oder Staatslotterie oder Gasprom oder, wie hier, „Export“, ist doch völlig egal. Intellektuell dürfte der Job nicht anspruchsvoller sein, als ein Antragsformular für die Grundsicherung auszufüllen.

          Was mir schwerfällt, ist, zu erkennen, wo die Trennlinie zur Kleptokratie eines Dritte-Welt-Landes verläuft.

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  8. Das Teil stammt aus dem Jahre 2010! War nur zur Hintergrundinfo gedacht, um die Begrifflichkeit zu klären. Mein Wissen stammt aus einem neueren Printmedium. Ich versuche, es auszugraben und einzuscannen, wenn das essentiell sein sollte.

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